Wir genießen die Pilzzeit und Schwammerlsaison jedes Jahr aufs Neue! Dabei ist der Parasol bei uns einer der Highlights. Zur Zeit herrscht ja Hochsaion bei den Pilzen und auch wir haben uns bewaffnet mit Korb und Messer auf in den Wald gemacht. Zum ersten Mal war auch unsere Tochter beim Pilze sammeln live dabei und das mit großer Freude.

Pilze sammeln mit Kindern

Gerade wenn man Kinder mit hat gibt es im Wald enorm viel zu entdecken und die Kids zeigen einem wieder wie besonders doch die Kleinigkeiten im Alltag sind. Beim Pilze sammeln fiebern sie so richtig mit und wandern zielstrebig über den moosigen Boden, über Äste und Laub, doch hier ist auch Vorsicht geboten. Wir haben mit unserer Kleinen schon vorab besprochen, dass wir wenn wir Pilze finden, diese  nicht gleich angreifen sondern gemeinsam nachsehen ob es auch ein „guter Pilz“ ist oder einer den wir stehen lassen. Gerade die roten Pilze haben ja viel mehr „Anziehungskraft“. Natürlich war sie beim Finden des ersten Parasol total begeistert und nach unserer Freigabe auch ganz stolz diese selbst „pflücken“ zu dürfen. 🙂 Dabei haben wir aber auch besprochen, dass sie mit ihren Freundinnen beim gemeinsamen herumtoben im Freien auch nicht jeden gleich ernten darf. Derzeit wachsen bei uns im Garten ja auch enorm viele und optisch sehen diese dem Parasol ja nicht ganz unähnlich.

Parasol – der gemeine Riesenschirmling

Auch wenn er bei uns unter Parasol bekannt ist, heißt dieser Pilz ja eigentlich „der gemeine Risenschirmling“ oder auch Riesenschirmpilz. In der Pilzart gehört er zur Familie der Champignonverwandten. Das mit dem Riesenschirmpilz lässt sich wirklich gut nachvollziehen, erinnert der Parasol ja in seiner ausgewachsenen Art an einen großen aufgespannten Sonnenschirm. 😉 Die Hutbreite kann von rund 12cm bis hin zu 40cm reichen.

Parasol erkennen – die typischen Parasol Merkmale

Die typischen Merkmale des Riesenschirmpilz sind zum einen sein großer Hut, der oben schuppig ist. Die Oberfläche ist dabei aufgeraut und hat braune große Schuppenschollen. Der Untergrund der Schuppen ist eine helle bis weißliche Fläche.
An der Unterseite des Hutes sind weiße bis cremefarbene Lamellen die nicht direkt mit dem Stiel verbunden sind.
Der Stiel des Riesenschirmpilzes ist unten knollig verdickt und lässt sich komplett aus der Erde ziehen.

Ganz wichtig und klassisch für die Erkennung eines Risenschirmpilzes ist auch der Ring unterhalb des Schirms. Dieser ist weiß, leicht wattig und vor allem verschiebbar!!

Zwei weitere wichtige Entscheidungsmerkmale ergeben sich bei der Betrachtung des Stiels und des Fleisches. Der Parasol unterscheidet sich hier von den anderen großen Schirmpilzen durch einen deutlich genatterten Stiel!

Beim Fleisch selbst ist wichtig, dass sich das Parasolfleisch nicht safrangelb verfärbt sondern in seiner ursprünglichen Farbe bestehen bleibt.

Wo ist der Parasol zu finden?

Parasol findet man in fast allen Waldgebieten, auf lehmigen frischen Böden. Besonders wohl fühlt er sich aber in lichten Buchen- oder Eichenwäldern. Auch wir haben einen Platz gefunden, mitten in einem lichtdurchfluteten Eichenwaldstück. 🙂 Obwohl man denkt Pilze brauchen den besonders feuchten Waldboden, ist gerade der Parasol dort nicht zu finden. Er bevorzugt nährstoffreichen Boden und ist von Juli bis November zu finden.

Verwechslungsgefahren beim gemeinen Riesenschirmling

Wie bei allen anderen Pilzen gibt es auch beim Parasol die „fiesen Pilze“ die sich dann recht ähnlich schauen. Beim Parasol bzw. gemeinen Riesenschirmling sind das vor allem der „Spitzschuppige Stachel-Schirmling“ und der „Gift-Safranschirmling“ bei denen Vorsicht geboten ist!

-> Vorsicht Spitzschuppiger Stachel-Schirmling: Dieser ist kein Speisepilz und kommt ebenfalls häufig in Laub- und Nadelwäldern vor. Von der Jahreszeit her ist er wie der Parasol von Sommer bis Herbst zu finden. Er hat kleinere spitzkegelige Schüppchen an stelle der größeren flachen Schuppen vom Parasol. Das weiße Fleisch riecht unangenehm. Der Ring ist hier hängend und nicht verschiebbar!!!

-> Vorsicht Gift-Safranschirmling: Dieser gilt in Mitteleuropa als sehr selten und wächst eher in Gärten, Komposthaufen start gedüngten Boden und zieht warme Standorte vor. Bei Verletzung verfägt sich das Fleisch orange bis rot-bräunlich.

Zubereitung und Haltbar machen eines Riesenschirmling

Wir lieben den Parasol in der gebackenen Version. Viel Salat, Gemüse und eine leckere Dipsauce dazu und man hat ein sehr leckeres Gericht beisammen. Um den Parasol richtig zuzubereiten, entfernt man den Stiel und schneidet den runden Schirm dann je nach Größe und Belieben in die Hälfte oder auch in Viertel. Diese dann mit einer klassischen Panade versehen und wenn der Pilz nicht direkt frisch herausgebacken wird, dann ab damit in die Kühltruhe.

Wir frieren den Parasol im panierten Zustand ein um ihn auch später noch genießen zu können. Es empfiehlt sich ohnehin, den Parasol rasch nach dem Ernten weiterzuverarbeiten und nicht liegen zu lassen. Der Parasol beginnt rasch zu schimmeln, daher wirklich frisch weiterverarbeiten. Unser Tipp: Den vorbereiteten Parasol in einen Gefrierbehälter verstauen und dabei immer Trennblätter wie Butterpapier oder auch Frischhaltefolie dazwischen zu legen damit sich die einzelnen Schichten nicht verkleben.

Beim späteren Herausbacken direkt den tiefgefrorenen Parasol ins heiße Öl geben! So wird er nicht matschig und behält auch seine Form. 

Leckere Rezepte mit Parasol

Parasol wird zum Großteil wie oben bereits erwähnt im gebackenen Zustand gegessen. Wer ihn aber lieber ohne Panade genießen möchte, der kann auch gerne gebratene Parasole machen.

Für gebratene Parasole diese etwas säubern (nicht waschen!) die Stängel entfernen und die Hüte in kleinere Stücke schneiden. Nun bei mittlerer Hitze etwas Öl in die Pfanne geben und zuerst die Lamellenseite anbraten, dann kurz wenden. Wichtig dabei ist, dass der Parasol keine Farbe annehmen soll, da er sonst bitter werden kann.  Die Lamellenseite nun etwas würzen mit zb. Salz, eventuell Kräuterbutter und rasch servieren. Dazu kann man frisch getoastetes Brot reichen.

Parasolsuppe
Eine herbstliche Suppe lässt sich auch wunderbar mit Parasol verbinden. Dazu eine klare Gemüsesuppe zubereiten mit Erbsen, Karotten, Kartoffelwürfel und frische Parasolpilze. Die Parasol in mundgerechte Stücke schneiden, mit Mehl stäuben un in einer Pfanne kurz anbraten. Die gebratenen Stücke diekt in die klare Suppe geben. Wer mag kann die Parasolsuppe mit frischem Brot servieren. Herrlich nach einem frisch kalten Herbstspaziergang um sich wieder richtig aufzuwärmen. 🙂

Was tun mit dem Stiel vom Parasol?

Noch ein kleiner Tipp von uns: Die Stiele vom Parasol schmecken beim Kochen zwar nicht wirklich, allerdings kann man mit ihnen gut ein Pilzpulver zubereiten zum Würzen. Die Stiele lassen sich zum Beispiel in der Sonne gut und rasch trocknen. Mit der Küchenmaschine bzw. einem Mörser dann zu Pulver verarbeiten wie bei getrockneten Chilischoten.