Bei den traditionellen Rezepten aus der Ecke der Hausmannskost dürfen klassische Rindsrouladen nicht fehlen. Viel zu schade wäre es um dieses leckere Rezept. Sobald sich die Wetterlage von heißen Sommertagen wieder auf nebelige, kalte und nasse Tage dreht, verändert sich ja auch wieder unser Essverhalten und der Gusto nach Hausmannskost steigt wieder. 😉

Rinderroulade – ein Gericht das aus den österreichischen und deutschen Küchen nicht wegzudenken ist

Die Rinderroulade oder Rindsroulade definiert sich als „traditionelles gewickeltes Fleischgericht“ und findet sich vor allem in Deutschland und Österreich in sämtlichen Versionen wieder. Je nach Gegend wird die Rindsroulade in ihrer Füllung abgewandelt und auch in der Bezeichnung findet man sie gerade im Alpenraum unter dem Begriff „Fleischvogel“ oder „Vogerl“ in so mancher Restaurantkarte wieder.

Wie bei vielen Begriffen schwanken hier die Bezeichnungen von der österreichischen „Rindsroulade“ zu der deutschen „Rinderroulade“ diesmal nur ganz wenig, wenn man bedenkt welche Küchenbegriffe und Bezeichnungen hier manches mal zu Fragen und Grübeleien im Küchenbereich führen. 😉

Welches Stück vom Rind nimmt man nun für die Rindsrouladen?

Um saftige große Rindsrouladen zuzubereiten beginnt die Frage in erste Linie bereits bei der Auswahl des richtigen Fleischstückes. Für Rouladen eignet sich hier das klassische Rindsschnitzel. Teilstücke aus der Unter- und Oberschale des Rindes. Dieses Fleischstück wird vor allem gerne für Schmorgerichte wie auch Rindsbraten verwendet. Dünne Scheiben aus der Rinderhüfte lassen sich ebenfalls für Rouladen gerne weiterverwenden.

Wichtig ist dabei auch bereits, dass die Rindschnitzel gleichmäßig aufgeschnitten werden. Durch kurzes Plattieren des Schnitzels reißen die Fasern und ziehen sich dann nicht mehr so zusammen. Dabei bleibt es jedem selbst überlassen, viele klopfen das Fleisch nicht mehr.
Frisches Fleisch ist jedoch weich und lässt sich daher nur schwer in ganz feine Scheiben schneiden. Um nun feine Rindsrouladen zu erhalten bedarf es hier oft doch noch etwas Hilfe.
Wir plattieren unsere Schnitzel schon noch – getreu dem Motto „Erst plattieren, dann panieren“ 🙂

Das Plattieren oder auch Fleisch klopfen muss nicht zwingend mit einem Fleischklopfer durchgeführt werden. Es kann auch mit einer größeren Aufschlagfläche durchgeführt werden – indem man zum Beispiel einen Stielkochtopf verwendet. Wichtig dabei ist aber immer, dass man das Fleisch zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie plattiert. Dabei ist darauf zu achten, dass das Fleisch eine konstante Dicke aufweist um dann auch gleichmäßig garen zu können.

Plattiereisen vs Fleischklopfer

Der große Unterschied der beiden Küchenwerkzeuge liegt in der Oberfläche. Das Plattiereisen weist eine glatte Oberfläche auf, während der Fleischklopfer eine gezackte Oberfläche hat. Dies verletzt die Fasern des Fleisches und wird eher zum Mürbemachen von zähem Fleisch verwendet.

Wie kommt man nun zu perfekten saftigen Rindsrouladen?

Ist die Auswahl des richtigen Fleischstückes gefallen gehts nun zur Verarbeitung. Ein Begriff hier ist immer wieder der umgangssprachliche Ausdruck „scharf anbraten“ – Dieser steht für die rasche Erhitzung des Fleisches im Fett. Das Fleisch wird hier bei sehr großer Hitze in Fett kurz angebraten bis sich eine braune Kruste bildet. Dies hat den großen Vorteil, dass sich die Poren schnell schließen und das Fleisch saftiger und auch aromatischer bleibt. Durch die spätere Garzeit der Rindsrouladen werden die Rouladen erst so richtig weich.

Ein weiterer Vorteil des „scharf anbraten“ sind aber auch die Röstaromen die am Pfannenboden entstehen und der Sauce ein gutes Aroma geben.

Garzeiten im Schnellkochtopf

Gerade für Rindsrouladen lieben wir unseren Schnellkochtopf. Der rießen Vorteil an einem Druckkochtopf ist natürlich die gekürzte Garzeit und so kommt man in rund 25-30 Minuten schonend zu perfekten saftigen und weichen Rindsrouladen.
Das Kochen mit einem Schnellkochtopf regt immer wieder gerne zu Diskussionen an. Dazu gibts dann meist überlieferte Storys von explodierten Kochtöpfen und Co. 😉
Wer jedoch einen daheim hat und sich mit ihm angefreundet hat, der verzichtet nur ungern darauf!

gefüllte Rindsrouladen von klassisch bis ausgefallen

Rindsrouladen lassen sich sehr beliebig befüllen und können so schon mit ganz einfachen Mitteln tolle Geschmacksmomente auslösen:
Rindsrouladen mit Wurzelfüllung (dies entspricht der klassischen Rindsroulade gefüllt mit Karotten, Gurkerl Speck/Schinken)
Um jedoch auch mal etwas Neues zu probieren können wir gerne folgende Füllungen empfehlen:
Rindsrouladen mit Pilzfüllung (eine Kombination aus verschiedenen Pilzen, fein gehackt mit Kräutern abgeschmeckt)
Rindsrouladen mit Feta und Spinat (Blattspinat kräfig abschmecken und mit zerkleinertem Feta zu einer leckeren Füllung kombinieren)
Rindsrouladen mit 3erlei Paprika (eine bunte Auswahl an Paprikastückchen als feine Paprikasalsa verarbeitet)
Rindsrouladen im leicht mediteranen Style (gefüllt mit getrockneten Tomaten, Artischockenstückchen und Oliven)

Welche Beilagen serviert man zu den gefüllten Rindsrouladen?

Als Beilagen zu den Rindsrouladen eignen sich vorwiegend Kartoffelgerichte wie Kroketten, Salzkartoffeln oder in Deutschland gerne vertreten das Kartoffelpüree zu den „Rinderrouladen“.
In der österreichischen Hausmannskost findet man meist Pastaversionen egal ob Hörnchen oder Bandnudeln dazu.
Wir servieren die Rindsrouladen aber auch sehr gerne mit Serviettenknödeln oder Spätzle. Den Hauptbeilagen sind hier also keine Grenzen gesetzt. 🙂

Dazu wird auch noch oft Rotkraut / Rotkohl serviert und in manchen Gegenden auch mal Sauerkraut.

Was bei uns allerdings NIE fehlen darf dazu, das ist das Preiselbeerkompott und das nicht zu wenig. 😉  Dies lässt sich dann noch ideal mit Pfirsichen ergänzen.

So und jetzt ab in die Küche! 🙂
Mahlzeit!!

Hausmannskost - saftige Rindsrouladen
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4 Portionen
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Zutaten
  • 4 Stück Rostbraten oder Rindsschnitzel
  • 2 EL Senf
  • 10 dag Schinken oder auch Speck
  • 8-10 Stück Essiggurkerl
  • 5-6 Stück Karotten
  • 1-2 Stück Zwiebel
  • etwas Öl
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Knoblauch
  • 1 Prise Pfeffer
  • 2 EL Mehl
Beilagen
  • 4 Portionen Nudeln
  • 4 Stück Pfirsich
  • Preiselbeerkompott
Portionen: Portionen
Anleitungen
  1. Fleisch dünn plattieren und mit etwas Salz und Pfeffer würzen. An der Innenseite mit etwas Senf bestreichen und mit dem Schinken oder alternativ mit den Speckscheiben belegen.
  2. Die Karotten sowie die Essiggurkerl in feine Streifen schneiden und in Längsrichtung auf die vorbereiteten Fleischrouladen geben.
  3. Die Rindsrouladen nun vorsichtig einrollen und befestigen. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten vom einfachen Küchengarn bis bin zu Silikonrouladenbänder. Wir verwenden aber am Liebsten unsere kleinen Fleischspieße.
  4. In einer Pfanne nun etwas Öl erhitzen und die Rouladen rundum "scharf anbraten".
  5. In einem Schnellkochtopf nun die Rouladen mit Rindsuppe aufgießen.
  6. Die Zwiebel klein schneiden und gemeinsam mit Essiggurkerl und Karottenstückchen in den Topf geben. Nochmal kurz würzen mit Salz, Pfeffer und etwas Senf unterrühren und das ganze nun garen lassen.
  7. Im Schnellkochtopf benötigen die Rindsrouladen um schön weich und saftig zu werden etwa 25 Minuten.
  8. Wenn die Rouladen weich gedünstet sind, diese aus dem Topf nehmen und warm stellen. In der Zwischenzeit den Saft mit Mehl binden und kurz aufkochen lassen bis die Sauce gut gebunden ist.
  9. Gutes Gelingen und lasst es euch schmecken!